Shopware 6.8 kommt im Juni 2027: Was Händler jetzt vorbereiten sollten
Shopware hat einen Termin für die nächste Hauptversion: den 1. Juni 2027. Das klingt nach viel Zeit. Für viele Shops ist es weniger, weil vorher schon PHP 8.2 ausläuft. Was sich mit 6.8 ändert und was Händler jetzt tun sollten.

Eigentlich sollte Shopware 6.8 schon dieses Jahr erscheinen. Im November 2025 hat Shopware die Version auf 2027 verschoben, ohne Monat. Seit dem 21. Oktober steht ein Datum im offiziellen Release-Kalender: der 1. Juni 2027.
Für Händler klingt das erst mal entspannt. Gut sieben Monate, dazu lange Support-Zeiten für die älteren Versionen. Wir sehen das etwas anders. Der erste Termin kommt von PHP, und der ist schon am 31. Dezember 2026.
Was Shopware angekündigt hat
Im Blogbeitrag vom November 2025 begründet Shopware die Verschiebung mit Stabilität. Bis 6.8 will das Team sich um Leistung, Sicherheit und Dokumentation kümmern und KI-Funktionen für Agenten ausbauen. Versprochen wurde außerdem, dass Shopware 6.6 so lange gepflegt wird, bis 6.8 da ist.
Den konkreten Termin gibt es seit einer Änderung am Release-Kalender auf GitHub, die am 21. Oktober übernommen wurde. Die Daten nach dem Start bezeichnet Shopware dort selbst als Vorschlag. Sie können sich also noch verschieben.
| Version | Fehlerkorrekturen bis | Sicherheitsupdates bis |
|---|---|---|
| 6.5 | beendet | 1. Juni 2027 |
| 6.6 | 1. Juni 2027 | 1. Juni 2029 |
| 6.7 | 1. Juni 2029 | 1. Juni 2031 |
| 6.8 | offen | 1. Juni 2031 |
Bei 6.6 und 6.7 gelten die Daten nur für die letzte Unterversion. Bei 6.6 ist das 6.6.10, bei 6.7 die Version, die vor dem Start von 6.8 zuletzt erscheint. Bis dahin entwickelt Shopware 6.7 ganz normal weiter. Aktuell ist 6.7.15.1.
Der frühere Termin heißt PHP 8.2
Shopware 6.8 verlangt PHP 8.5. Bisher reichte PHP 8.2. Und PHP 8.2 bekommt nach dem 31. Dezember 2026 überhaupt keine Sicherheitsupdates mehr, auch nicht für schwere Lücken. Wie schnell das ernst werden kann, hat PHP2Shell gerade erst gezeigt.
Immerhin muss der Umstieg nicht auf 6.8 warten. Laut Shopwares Upgrade-Anleitung laufen Shopware 6.6 ab Version 6.6.10.11 und 6.7 ab 6.7.6.0 schon mit PHP 8.5. Bei der Datenbank ist es ähnlich. 6.8 braucht MySQL 8.4 oder MariaDB 11.4, und beide werden heute schon unterstützt.
Wer PHP und Datenbank in den nächsten Wochen anhebt, erledigt also zwei Dinge auf einmal. Der Shop ist ab Januar weiter mit Sicherheitsupdates versorgt, und eine der größeren Hürden für 6.8 ist schon genommen.
Was sich mit 6.8 ändert
Die Upgrade-Anleitung hat gut 3.000 Zeilen. Das meiste betrifft Entwickler von Erweiterungen. Ein paar Punkte merken aber auch Händler direkt.
- Ältere Plugins starten nicht mehr. 6.8 setzt auf Symfony 8 und Twig 4. Plugins, die ihre Dienste noch per XML einrichten, brechen beim Laden mit einem Fehler ab. Ob ein Plugin betroffen ist, sieht man von außen nicht. Das muss der Hersteller beantworten.
- Strukturierte Daten nur noch als JSON-LD. Die Storefront schreibt keine Microdata mehr in die Seiten. Wer eigene Templates mit Microdata hat oder SEO-Erweiterungen, die sich darauf verlassen, sollte das prüfen.
- Belege ohne Zeitzone laufen in UTC. Ist für einen Verkaufskanal keine Zeitzone eingestellt, rechnet die Dokumenterstellung in UTC. Eine Rechnung kurz nach Mitternacht kann dann das Datum vom Vortag tragen.
- Die Zahlart „Lastschrift“ aus dem Kern fällt weg. Wird sie genutzt, deaktiviert Shopware sie beim Update.
- Flows laufen später. Der Flow Builder führt seine Aktionen erst aus, wenn der eigentliche Vorgang abgeschlossen ist. Eine Bestellung bricht also nicht mehr ab, nur weil eine Mail hängt.
- Agentic Commerce wird eine Erweiterung. Wer den Verkaufskanal für KI-Agenten nutzt, muss vor dem Update die Erweiterung aus dem Shopware Store installieren. Sonst gehen die Einstellungen verloren.
Für eigene Plugins und Themes gilt: Viele der Änderungen lassen sich schon unter 6.7 vorbereiten. Shopware kennzeichnet vieles, was in 6.8 wegfällt, schon in 6.7 als veraltet.
Was wir Händlern raten
Wer noch auf Shopware 6.5 läuft, sollte nicht bis 2027 warten. Die Version bekommt nur noch Sicherheitsupdates, und die enden im Juni 2027. Der Weg auf 6.7 ist ein eigenes Projekt und sollte jetzt geplant werden.
Bei Shopware 6.6 ist mehr Luft. Fehlerkorrekturen gibt es bis Juni 2027. Trotzdem lohnt sich der Wechsel auf 6.7 im Lauf des nächsten Jahres. Der Schritt von 6.6 auf 6.8 wäre sonst ein doppelter.
Für alle Shops gilt bis Jahresende:
- PHP auf 8.4 oder 8.5 anheben, vorher auf einer Testumgebung prüfen.
- Die Plugin-Liste durchgehen und bei jedem Hersteller nachfragen, ob eine Version für 6.8 geplant ist. Was der Shop gar nicht mehr braucht, fliegt bei der Gelegenheit raus.
- Im Verkaufskanal eine Zeitzone eintragen. Das kostet eine Minute und erspart später falsche Rechnungsdaten.
Eigene Erweiterungen sollten bis zum Frühjahr frei von Warnungen sein, die Shopware für 6.8 ausgibt. Wer bis Juni 2027 wartet, fängt dann mit allem gleichzeitig an.
Fazit
Bis Juni 2027 ist für 6.8 genug Zeit. Knapp wird es vorher bei PHP. Wer in den nächsten Wochen PHP anhebt und seine Plugins aufräumt, kann 6.8 im Sommer in Ruhe angehen. Wer beides liegen lässt, betreibt ab Januar einen Shop ohne Sicherheitsupdates und hat im Juni auf einmal ein großes Projekt vor sich.
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