Deploir – Coolify nativ auf macOS und iOS überwachen
Wir haben einen nativen Client für Coolify gebaut. Menu Bar auf dem Mac, Widgets und Live Activities auf dem iPhone, Einrichtung in zwei Minuten. Warum das Sinn macht und was bewusst nicht drin steckt.

Warum eine eigene App für Coolify
Coolify ist für uns seit eineinhalb Jahren die Standard-PaaS. Das Web-Dashboard von Coolify ist solide – aber wenn man damit arbeitet, hat man den Browser-Tab quasi dauerhaft offen. Deployments laufen? Tab öffnen. Status vom Production-Server? Tab öffnen. Container-Logs kurz reinschauen? Tab öffnen.
Das ist auf Dauer der falsche Workflow. Für alles andere auf dem Mac haben wir Menu-Bar-Apps, Widgets, Notifications – nur der eigene PaaS-Server lebt im Browser. Wir haben gesucht, ob jemand bereits eine native App für Coolify gebaut hat. Es gab nichts. Also haben wir selbst gebaut: Deploir – ein nativer Coolify-Client für macOS und iOS, ab heute verfügbar.
Dieser Post ist eine ehrliche Einordnung, was die App ist, für wen sie Sinn macht und wo wir bewusst Grenzen gezogen haben.
Die Idee in einem Satz
Deploir soll das sein, was das Coolify-Web-Dashboard nicht sein kann: permanent präsent, im richtigen Kontext aufrufbar, ohne dass man einen Browser-Tab suchen muss. Kein Replacement, keine Konkurrenz zum Web-UI – eine native Ergänzung für den Teil der Arbeit, der heute schon das meiste Browser-Tab-Toggling produziert: Status checken, Deployments beobachten, beim „läuft's noch?"-Reflex schnell nachsehen.
Alles was tiefer geht – neue Services anlegen, Environment-Variablen bearbeiten, Team-Berechtigungen verwalten, SSH-Keys – machst du weiter im Web. Das ist Absicht.
Was auf dem Mac passiert
Auf macOS lebt Deploir als Menu-Bar-Icon. Ein kleiner Status-Dot zeigt, ob deine Coolify-Server gesund sind (grün), laufend deployen (gelb) oder Probleme haben (rot). Klick aufs Icon öffnet ein Panel mit deinen Servern, den aktuellen Applikationen und dem letzten Deployment-Status je Service.
Drei Dinge, die wir auf dem Mac besonders wichtig fanden:
- Live-Logs streamen direkt von deinem Coolify-Server – nicht gepuffert, nicht durch unseren Dienst geleitet. Die App öffnet eine Verbindung zur Coolify-API, holt den Log-Stream und zeigt ihn rollend an. Schließen wir die App, ist der Log-Puffer weg.
- One-Click-Redeploy und Rollback, wenn dein API-Token die Rechte hat. Nützlich während kritischer Releases, wo du nicht drei Klicks durch die Web-UI machen willst.
- Multi-Server-Setup nebeneinander. Staging, Production, Side-Projects erscheinen alle als eigene Einträge mit getrenntem Status – kein Switchen, kein Filtern. Bei uns intern laufen fünf Coolify-Instanzen parallel, das war der Praxis-Test.
Die Menu-Bar-Integration bedeutet nebenbei, dass du ohne geöffnete App den Status siehst. Wenn der Dot plötzlich rot wird, reicht ein Blick zur Menu Bar – kein Alt-Tab, kein Browser.
Das iOS-Companion
iOS ist bei uns gleichwertig zur Mac-Version, nicht ein reduziertes Side-Kick. Drei Features, die ohne iOS nicht gehen würden:
Widgets für den Home Screen. Klein (ein Server, Status-Dot) oder mittel (mehrere Server, letzte Deployments). Das ist der Ersatz für „Coolify-Tab dauerhaft offen im Safari auf dem Phone". Ein Blick auf den Lock Screen, fertig.
Live Activities während laufender Deployments. Sobald du einen Deploy triggerst (egal ob aus Deploir selbst oder aus dem Coolify-Web auf einem anderen Gerät), erscheint eine Live Activity auf dem Lock Screen und der Dynamic Island. Fortschritt in Echtzeit, ohne die App zu öffnen. Ende des Deployments kommt als Notification.
Siri-Shortcuts mit App Intents. „Hey Siri, wie läuft mein Production-Server?" liefert per Sprache den aktuellen Status. Klingt gimmicky, ist aber beim Autofahren oder Kochen genau das richtige Tool, wenn man sich kurz vergewissern will, dass nichts brennt.
Alle Server-Konfigurationen synchronisieren via iCloud zwischen Mac und iPhone. Coolify-URL einmal auf dem Mac eintragen, Token-Rechte einstellen – taucht auf dem iPhone automatisch auf.
Einrichtung in zwei Minuten
Der Onboarding-Flow ist bewusst kurz gehalten:
- In Coolify unter Keys & Tokens → API tokens einen neuen Token anlegen. Read-only reicht, wenn du nur monitoren willst; Read-Write nur, wenn du aus Deploir heraus redeployen oder rollbacken willst.
- In Deploir auf „Server hinzufügen" klicken, deine Coolify-URL (inkl.
https://) und den Token einfügen. - Die App validiert die Verbindung sofort und listet deine Applikationen.
Der Token landet ausschließlich im System-Keychain von macOS bzw. iOS. Wir sehen ihn nie, unser Server sehen ihn nie. Die App kommuniziert direkt mit deiner Coolify-Instanz – ohne Umweg über Pixzl-Infrastruktur.
Das ist auch der Grund, warum Deploir nur mit self-hosted Coolify funktioniert. Für die von Coolify selbst gehostete Cloud-Version gibt es derzeit keinen öffentlichen API-Zugang – sobald das Team dort einen liefert, bauen wir die Unterstützung nach.
Was Deploir bewusst nicht tut
Bei der Entwicklung haben wir uns strenger selbst limitiert, als wir mussten. Drei bewusste Auslassungen:
Keine Environment-Variablen und Secrets in der App. Deployment-Logs streamen wir live – Env-Vars und Secrets bleiben im Coolify-Web-UI. Secret-Hygiene wiegt schwerer als Convenience. Wer Environment-Werte ändern will, macht das im Web.
Keine Analytics, kein Tracking, keine Drittanbieter-SDKs. Wir haben keinen Sentry, kein Mixpanel, kein Firebase Crashlytics. Wenn's crasht, kriegen wir's über den normalen App-Store-Crash-Reporter mit, mehr nicht. Das ist unser Nutzer-Commitment, und es schlägt sich in der Datenschutz-Erklärung exakt so nieder.
Kein HTTP, nur HTTPS. Beim Anlegen eines Servers lehnt die App HTTP-URLs direkt ab. Ein API-Token über Klartext-HTTP ist ein offenes Scheunentor – wir nehmen dir diese Möglichkeit, weil wir sie auch uns nicht geben würden.
Kein Cloud-Sync unserer Seite. Was zwischen Mac und iPhone synct, synct über dein iCloud – wir haben keine Datenbank, die deine Server-Liste speichert. Wenn du alle Geräte löschst, sind deine Deploir-Daten komplett weg. Das ist kein Bug, das ist der Grundansatz.
Für wen das Sinn macht
Konkret: Wenn du Coolify v4 self-hosted betreibst – egal ob einen Server oder zwanzig – und regelmäßig pro Tag einen Browser-Tab öffnest, um schnell Status zu checken oder Logs zu verfolgen, lohnt sich Deploir. Der Zeitgewinn pro Tag ist klein, die Summe übers Jahr nicht.
Für reine Monitoring-Szenarien – „ich will nur sehen, dass nichts rot ist" – reicht der Free-Tier mit einem Server komplett. Starter bei drei Servern (19 €/Jahr), Pro bei zehn, Business unbegrenzt. Die Preise sollen den Aufwand für den Lizenzserver und die Weiterentwicklung decken – es ist keine Subscription-Abo-Farm, sondern ein faires Jahresmodell.
Wenn du kein Coolify nutzt: Deploir hilft dir nicht. Wir haben bewusst nicht „noch so ein generischer Server-Monitor" gebaut. Coolify-spezifisch und gut zu kennen ist der Vorteil – die API-Eigenheiten, die Terminologie, die Deployment-Modelle. Wir bauen nicht für alle.
Was als nächstes kommt
Die App steht bei Version 1.0 mit dem Core-Funktionsumfang. Was wir vor uns haben:
- Multi-User-Support innerhalb einer Lizenz – aktuell ist eine Lizenz an Geräte gebunden, wir brauchen die Logik für kleine Teams
- Webhooks-/Deployment-Notifications direkt auf den Mac als Banner – derzeit nur über das Polling-Intervall, geplant ist Push via FCM
- Dark-Mode-Feinschliff in einigen Detail-Views
- Support für Coolify-Themes wenn das Coolify-Team eine Theming-API liefert
Wenn du Deploir ausprobieren willst, lade dir die Mac-Version direkt von der Deploir-Produktseite runter. Die iOS-Version folgt im App Store in den nächsten Wochen. Wenn dir was fehlt oder nicht passt, schreib uns über die Kontaktseite – jede Nachricht landet direkt bei einem von uns.
Coolify hat die Self-Hosting-Landschaft vereinfacht. Deploir macht den Alltag damit nochmal ein bisschen bequemer.
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